Ihr findet alle Filme und alle Filmbeschreibungen weiter unten auf dieser Seite. Und dann gibt es natürlich auch noch die Programmübersicht (PDF) und das Programm (PDF).

Donnerstag, 23.10.2014

17:30 Vortrag: Queere
Filmfestivals als
globales Phänomen
20:00 Acting Out: 25 Jahre
queerer Film
und Community in Hamburg
22:00 Kurzfilme

Freitag, 24.10.2014

20:00 XY Anatomy of a Boy

Something In Between

22:00 Cloudburst

Sonnabend, 25.10.2014

20:00 Vulva 3.0
22:00 Ich fühl mich
Disco

>>An allen 3 Tagen gibt es immer um 19:00 Uhr was Feines aus der Küche für Alle. Kommt gerne bei uns zum Essen vorbei :)<<

Donnerstag, 23.10.2014 – 17:30 Uhr

–Vortrag–

Queere Filmfestivals als globales Phänomen: ein historischer Abriss

Skadi Loist | Institut für Medienforschung | Universität Rostock

Queere Filmfestivals sind in den 1970er Jahren im Klima der neuen
sozialen Bewegungen als Reaktion auf die negative Darstellung von
Lesben, Schwulen und Trans*personen in den Medien entstanden. Sie waren und sind gegenöffentliche Orte, in denen sich eine Gemeinschaft bildet, verhandelt und feiert. Sie sind ebenso Orte der
künstlerischen Auseinandersetzung und Vernetzung. Seit 1977 das älteste queere Filmfestival in San Francisco entstanden ist, hat sich sowohl gesellschaftspolitisch als auch in der Film- und Festivalszene viel getan. Im Zuge der Lesben- und Schwulenbewegung wurden in den 1980ern in Nordamerika und Westeuropa weitere queere Filmfestivals gegründet. Mit den Umbrüchen Ende der
1980er und Anfang der 1990er (die AIDS-Krise, das Ende des Kalten Krieges, der Fall der Mauer und der Beginn des New Queer Cinema) ging auch eine globale Verbreitung der queeren Filmfestivals einher.
Inzwischen gibt es über 260 aktive queere Festivals auf allen fünf Kontinenten. Dieser Vortrag wird die verschiedenen Stufen
der Entwicklung des globalen queeren Filmfestivalnetzwerks skizzieren und dabei eine politische wie auch filmhistorische Einordnung geben.
Skadi Loist ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Medienforschung der Universität Rostock und promoviert zu LGBT/Q Filmfestivals an der Universität Hamburg.
Zusammen mit Marijke de Valck hat sie 2008 das Film Festival Research Network gegründet und betreut die Film-Festival-Review-Sektion für NECSUS_European Journal of Media Studies. Sie ist
Mitherausgeberin von Bildschön: 20 Jahre Lesbisch Schwule Filmtage Hamburg (2009) und Sexy Media? Gender/Queertheoretische
Analysen in den Medien- und Kommunikationswissenschaften
(2013).
Darüber hinaus ist sie ehrenamtliche Archivarin und Vorstandsmitglied der Lesbisch Schwulen Filmtage Hamburg. Ihr seid
herzlich eingeladen, Eure Fragen zu stellen.

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Donnerstag, 23.10.2014 – 20:00 Uhr

Acting Out – 25 Jahre
queerer Film und Community in Hamburg

Christina Magdalinou, Silvia Torneden & Ana Grillo | 2014 | Doku | 85 min | dt OF mit eng UT

Die Lesbisch Schwulen Filmtage Hamburg / International Queer Film
Festival sind das älteste queere Filmfestival in Deutschland.
Dieses Jahr feiern die Filmtage ihr 25. Jubiläum und zum
Vierteljahrhundert ist auch eine eigene Dokumentation über das
Festival entstanden.
Knapp anderthalb Jahre haben die Filmemacherinnen Christina Magdalinou und Silvia Torneden, unterstützt von Ana Grillo, Monika Treut und vielen, vielen Freund_innen, beobachtet, interviewt, gefilmt,
gesammelt und gesichtet. Das Resultat ist ein kleines Meisterwerk geworden, dem es sowohl gelingt, die einzigartige Atmosphäre des Festivals einzufangen als auch seine 25-jährige Geschichte aufzuzeichnen. Durch Interviews mit Gründungsmitgliedern, Wegbegleiter_innen wie Wieland Speck, Angelina Maccarone, Ben Reichel oder Manuela Kay sowie aktuellen und ehemaligen Mitgliedern des Filmtage-Teams und -Vereins sowie zahlreichen Filmausschnitten wird im Laufe des Films das komplexe Netz erkennbar, das dieses Festival gleichzeitig bildet und trägt. Dazu erfährt das Publikum vieles, was sich sonst nur hinter den Kulissen oder dem Vorhang abspielt: Wie finanzieren sich die Filmtage eigentlich? Wie geht das Team mit Anregungen und Kritik von außen um? Und wie lange dauert eigentlich eine Teamsitzung? Warum ist Ehrenamt manchmal Fluch und Segen zugleich? Und: Wieso kann Blessless Mahoney so fantastische Karten zeichnen? Wunderschöne Bilder von Hamburg, aus den Kinos und Veranstaltungsorten und ein grandioser Soundtrack machen den Film zugleich zu einem wahren Augen- und Ohrenschmaus.
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Donnerstag, 23.10.2014 – 22:00 Uhr

– Kurzfilme –

Bestimmt Nicht

Resa-Philip Lunau & Subir Che Selia | 2014 | Experimental | 20 min | dt OF mit eng UT und Gebärden

“Alles was du über Geschlecht glaubst zu wissen, kannst du jetzt vergessen!”
In diesem Kurzfilm geht es darum zuzuhören und Anerkennung und Respekt zu zeigen. Bestimmt Nicht gibt fünf Menschen Raum, ihre Erklärungen, Kritiken und Forderungen vorzutragen. In diesem Film wurden weder Fragen gestellt, noch Vorgaben gemacht, was gesagt werden darf oder nicht – die Sprecher*innen wurden lediglich gebeten Begriffe, die vielleicht nur in bestimmten Kreisen bekannt sind, zu erklären. Dabei  herausgekommen sind fünf sehr unterschiedliche, jedoch sehr starke Statements, in denen jede Person das sagt, was für sie entscheidend ist.
Damit ist Bestimmt Nicht einerseits als ein Informations- und Forderungsfilm an jene gerichtet, die selbst der geschlechtlichen Norm entsprechen und andererseits Ermutigung für alle, die einen ähnlichen Weg wie die Protagonist*innen gehen.
Ein Film mit Kay Garnellen, Lene Preuss, ClausKatrin Nowak, Edwin Greve und Emy Fem.

Take Me To Church

Adam McCarthy, Emmet O’Brien, Damien McCarthey & Feel Good Lost | 2013 | Musikvideo | 4 min | eng OF

Der 24-jährige Singer-Songwriter Hozier aus Irland setzt sich in diesem Song äußerst kritisch mit der Kirche, ihren Moralvorstellungen und ihrem Verhältnis zu Sexualität auseinander. Das Video zum Song kommt aus der
irischen Kreativwerkstatt Feel Good Lost und behandelt das Thema Homophobie. Die Kombination aus Song und Video hat ihre ganz eigene beklemmende Schönheit.

A Woman With A Past

Gwen Haworth | 2014 | Experimental/Doku | 10 min | eng OF

Der Film ist ein ungeschönter Blick in das Leben, die Erfahrungen, den Humor und die Lyrik der trans* und intersexuellen Dichterin Antonette Rea. Mit großer Offenheit und Aufgeschlossenheit erzählt Antonette von ihren Jahren auf der Straße, ihrem Kampf gegen Stigmatisierung, Sucht und Gewalt – aber auch davon, wie ihr das Schreiben und ihr Humor dabei geholfen haben, die Vergangenheit hinter sich zu lassen.

Sam

Sal Bardo | 2011 | Kurzspielfilm | 11 min | ohne Dialog

Sam kommt aus der Schule mit blauen Flecken und Kratzern nach Hause, bereit, das Kleid wieder anzuziehen, wenn es so erwartet wird. Sams Mutter wird erst später nach Hause kommen und so geht Sam allein zum Spielen auf das Feld hinter dem Haus, findet den Rückweg nicht und verbringt die Nacht allein auf dem Feld. Zwischen Traum und Wirklichkeit findet Sam den eigenen Weg.

Toilet

Kerem Blumberg | 2012 | Kurzspielfilm | 5 min | hebr OF
mit eng UT

Zwei Frauen müssen während eines Punkkonzerts auf’s Klo, aber die Damentoilette ist außer Betrieb…

Chaser

Sal Bardo | 2012 | Kurzspielfilm | 15 min | eng OF

Zach ist Lehrer an einer Schule und der Sohn wohlhabender jüdischer Eltern. Sein jüngerer Bruder hat gerade ein nettes jüdisches Mädchen geheiratet und ist dabei, mit ihr in eine 4-Raum-Wohnung zu ziehen. Zach hingegen ist Single und für seine Eltern eher eine Enttäuschung. Aus Einsamkeit besucht er eine private Barebacking Party. Der New Yorker Regisseur Sal Bardo, der selbst in einer Szene kurz zu sehen ist, wollte mit seinem Film auf Medienberichte reagieren, nach denen schwule Männer wieder häufiger ungeschützten Sex haben oder sich aktiv mit HIV infizieren möchten. Er wollte außerdem die Diskussion um risikoreiches Sexualverhalten neu
ins Rollen bringen.

Internal Body Shots

Jasco Viefhues | 2014 | Doku | 12 min | dt und eng OF mit
eng UT

Die vier Protagonist*innen dieser Dokumentation sprechen über sich, ihre Geschlechtsidentität und über ihr Verhältnis zu ihrem Körper. Der Film zeigt, dass sich hinter dem Äußeren von Menschen oft mehr verbirgt
als auf den ersten Blick zu erkennen ist.

trans*march

Simon Schultz von Dratzig | 2013 | Doku | 5 min | eng OF
mit eng UT

Eine kurze Doku mit Eindrücken vom trans*march in San Francisco 2013. Der trans*march gilt als die politischste der drei Demonstrationen während der Pride Week in San Francisco und wird von der transgender-Community genutzt, um ihren Forderungen Ausdruck zu verleihen.

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Freitag, 24.10.2014 – 20:00 Uhr

XY Anatomy of a Boy

Mette Carla Albrechtsen | 2009 | Doku | 29 min | dän OF mit eng UT

Kann ein Junge sich selbst als schwul bezeichnen, noch Jungfrau sein und Mädchen durchaus auch interessant finden? In diesem Film sprechen sechs schwule Jungs über sich, ihren Körper, ihre sexuelle Orientierung und darüber, wie lahm es ist, entjungfert zu werden während ein Disneyfilm läuft.
In den Räumen eines öffentlichen Schwimmbads gedreht, bietet dieser Film eine interessante Mischung aus Dokumentar- und Experimentalfilm.

Something in Between

Riikka Kaihovaara | 2013 | Doku | 44 min | fin OF mit eng UT

Die meisten Menschen sehen Nino als Mädchen, er selbst sieht das aber ganz anders. Nino beginnt, in der männlichen Rolle zu leben, so dass Hormone spritzen, Brüste abbinden und geschlechtsangleichende OPs Teil seines Alltags werden. Obwohl es für Nino ganz unkompliziert ist, seine offiziellen Dokumente auf seinen männlichen Namen ausstellen zu lassen, ist für ihn die Auseinandersetzung mit seinem Körper und seiner Identität nicht abgeschlossen. Um seinen 30. Geburtstag herum wird Nino klar, dass der richtige Weg für ihn Something in Between ist…
Dieser Film behandelt eine ganze Bandbreite von Themen, nicht nur Geschlechtsidentität, auch Schönheitsoperationen, Elternschaft und psychische Gesundheit werden angesprochen. Diese unabhängig produzierte Doku gibt ehrliche Einblicke in das Leben des Protagonisten und lädt zum Weiterdenken ein.
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Freitag, 24.10.2014 – 22:00 Uhr

Cloudburst

Thom Fitzgerald | 2011 | Spielfilm | 95 min | eng OF mit
dt UT

Stella (Olympia Dukakis) und Dottie (Brenda Fricker) sind ein Paar, seit 31 Jahren. Dottie weiß, dass hinter Stellas rauer Fassade eine tolle Frau steckt. Nicht nur, weil Stella der blinden Dottie jeden Abend beschreibt, wie die Wolken am Himmel aussehen.
Jetzt, am Ende ihres langen gemeinsamen Lebens, sind Stella und Dottie auf der Flucht, vor dem Pflegeheim, in das Dotties ahnungslose Enkelin sie abschieben will, auf dem Weg nach Kanada, um zu heiraten und für immer zusammen zu bleiben. Unterwegs nehmen sie Prentice (Ryan Doucette), einen jungen Gogo-Tänzer, mit, der natürlich ihr Trauzeuge sein will. Denn er weiß schon nach wenigen Tagen: wer es mit der Liebe ernsthaft versuchen will, soll sich diese beiden alten Lesben ansehen und anfangen zu üben! Regisseur Thom Fitzgerald schickt seine beiden kratzbürstigen Heldinnen durch die malerischen Herbstlandschaften von Maine und Nova Scotia, durch das Auf und Ab einer ungewöhnlichen Beziehung, in die Herzen des Publikums.
Ein Film voller Charme und dreckigem Humor.
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Sonnabend, 25.10.2014 – 20:00 Uhr

Vulva 3.0: Zwischen Tabu und Tuning

Claudia Richarz & Ulrike Zimmermann | 2014 | Doku | 79 min | dt OF mit eng UT

“Das Zeigen der Vulva vertreibt Bären und Löwen, lässt den Weizen höher wachsen, beruhigt Sturmfluten und Dämonen haben Angst davor. Der Teufel läuft weg. Das Zeigen der Vulva rettet die Welt.” Dieses kraftvolle Bild des weiblichen Genitales ist leider nicht in unserer Vorstellung verankert. Zwar scheint es, dass Nacktheit kein Tabu mehr ist, doch ist die Abbildung des weiblichen Geschlechts nach wie vor irritierend und mit vielfältigen Verboten belegt. Jahrzehnte der Retusche in den Medien, Anti-Pornografiekampagnen und Abbildungsverbote führen zu einem öffentlichen Bild der Vulva, das wenig mit ihrer Realität zu tun hat. Es herrscht das „Schönheitsideal der Unsichtbarkeit“. Der Film beginnt in einer dermatologischen Praxis in Köln. Bella Joy lässt ihre Schamlippen aufspritzen und feiert das Ergebnis …. In ihrem unaufgeregten Dokumentarfilm gelingt es Claudia Richarz und Ulrike Zimmermann, dem pikanten und stellenweise todtraurigen Thema auch komische Seiten abzugewinnen – und die Vielfalt weiblicher Körper zu feiern.
Es geht um die Repräsentation und die Modellierungen des weiblichen Genitales, anatomische Irrtümer, Zensur, Beschneidung durch Photoshop und Laserskalpelle sowie die Schönheit und Einzigartigkeit des weiblichen Wollustorgans.
Mit dabei: Mithu Sanyal, Claudia Gehrke, Laura Méritt, Wilfried Schneider, Angelika Beck und viele Andere.
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Sonnabend, 25.10.2014 – 22:00 Uhr

Ich fühl mich Disco

Axel Ranisch | 2013 | Spielfilm | 95 min | dt OF

Turmspringtrainer Hanno Herbst hat kein Verständnis für seinen Sohn – denn Florian ist dick, ein Tagträumer, hört Schlager und kann mit Mädchen nicht viel anfangen. Am glücklichsten ist er, wenn Hanno nicht da ist und er mit Mama im Disco-Outfit durch die Wohnung tanzen kann. Aber als eines schrecklichen Morgens plötzlich niemand mehr da ist, der die beiden Männer voreinander schützt, müssen Hanno und Florian lernen, allein miteinander auszukommen. Mit der Hilfe von Schlageridol Christian Steiffen und Sexualtherapeut Rosa von Praunheim entwickelt sich zwischen Sprungbecken und Tanzboden ein neues Vater-Sohn-Verhältnis mit Disco-Gefühl.
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