fünf Jahre QueerFilmFest Rostock

Im Jahre 2009 haben sich sieben filmbegeisterte queere Freund*innen gedacht, dass in Rostocks Kulturlandschaft ein queeres Filmfest fehlt. Also beschlossen sie einfach, selbst eins auf die Beine zu stellen. Und da ein Filmfest ohne Logo und Slogan keinen Wiedererkennungswert hat, erfanden sie mich.

Wenige schnelle Striche, skizziert auf einem Blatt Papier, und da war ich. Vom vielen Filmegucken hatte ich ganz viereckige Augen bekommen und konnte gar nicht so schnell gucken, wie sie mich in diese Welt holten. Doch bevor sie mich ganz fertig gezeichnet hatten, zog ich noch die guten Pumps an und legte meine beste Krawatte um. Ganz frech haben sie den Grundgedanken des QueerFilmFests Rostock darauf gekritzelt: D.I.Y. – do it yourself. Und das tun diese Sieben nun schon zum fünften Mal: sie organisieren selbst ein kleines, inzwischen über die Grenzen Rostocks hinaus bekanntes, schwul, lesbisch, bi, trans* und intersexuelles Filmfest. Ich unterstütze nur hier und da und halte für alles meinen schönen pinken Federkopf hin.

In diesem Jahr habe ich meine glänzenden Flügel besonders weit ausgebreitet – ich habe schließlich was zu feiern! Leider geht es nicht allen so gut wie mir hier in der Mitte Europas. Deshalb reiche ich meinen russischen Freund*innen den Flügel und stelle Euch Filme vom Filmfestival „Side by Side“ aus St. Petersburg vor. Die kleinen finanziellen Geschenke, die Ihr mir zum Geburtstag sicher dalassen werdet, will ich auch gerne mit ihnen teilen. Ich spende die Einnahmen aus dem ersten Filmblock am Donnerstag, in dem es auch um den Kampf meiner russischen Freund*innen geht, nach St. Petersburg.

Am Freitag fliege ich filmisch durch die halbe Welt, von den Niederlanden über Kanada und die EuroGames in Köln bis in die USA. Ich besuche Hermes & Aphrodite und gehe am Ende mit der Band Kumbia Queers auf Tour durch Deutschland und Lateinamerika. Später am Freitag wird es dann kuschelig: Küss Mich, denn ich habe Geburtstag. ;)

Am Sonnabend reise ich erst mal in die Vergangenheit und sehe mir an, wie das Leben für Schwule und Lesben in der DDR war. Doch ich komme zurück in die Gegenwart und spiele mit Feuerkäfern, mache eine kleine Frischlufttherapie und gar einen kurzen Ausflug in die schwule Gruftieszene.

Und dann seid Ihr alle eingeladen, meinen Fünften so richtig zu begießen! Ich habe meine derzeitigen Lieblings DJ*anes angefragt und wir machen Party bis zum nächsten Morgen. Ich will Euch abzappeln sehen – ich übe schon mal Headbanging, yeah!!!

Eure Queerolina